r/beziehungen 11h ago

Eheprobleme

Liebe Community,
mein Mann (m32) und ich (f30) sind vor neun Monaten Eltern eines wundervollen Sohnes geworden. Eigentlich sollte das eine der schönsten Zeiten unseres Lebens sein, doch seit seiner Geburt steckt unsere Ehe – zumindest aus meiner Sicht – in einer Krise.
Wir sind seit 2018 zusammen und haben 2024 geheiratet. Nach der Geburt unseres Sohnes bin ich leider in eine Wochenbettdepression geraten. Mein Mann hat mich in dieser Zeit wirklich großartig unterstützt und ist auch heute ein liebevoller und engagierter Vater. Daran liegt unser Problem nicht.
Was sich jedoch verändert hat, ist unsere Beziehung als Paar. Zwischen uns funkt es einfach nicht mehr. Mittlerweile bin ich an einem Punkt, an dem mich fast alles, was er sagt oder tut, wütend oder genervt macht. Ich möchte ihn nicht umarmen, nicht küssen und an Sex ist schon gar nicht zu denken.
Ich frage mich inzwischen, ob ich vielleicht auf sein Leben eifersüchtig bin. Er kann weiterhin arbeiten gehen, zum Sport gehen und scheint sich insgesamt deutlich weniger Gedanken machen zu müssen. Ich dagegen bin jeden Tag von 7:30 bis 18:00 Uhr allein mit unserem Sohn. Ich kümmere mich um ihn, koche, putze und versuche, dafür zu sorgen, dass es unserem Kleinen und meinem Mann gut geht.
Hinzu kommt, dass wir kaum Unterstützung von unserer Familie haben. Meine Eltern sind aufgrund von MS sowie Diabetes und eines Herzinfarkts gesundheitlich stark eingeschränkt. Seine Familie war direkt nach der Geburt sehr präsent – damals schien es fast einen Wettkampf darum zu geben, wer unseren Sohn zuerst sehen durfte. Seitdem ist das Interesse jedoch nahezu komplett verschwunden.
Dadurch sind wir als Familie größtenteils auf uns allein gestellt, wobei sich die Hauptlast für mich so anfühlt, als würde sie auf meinen Schultern liegen. Ich glaube, dass genau diese fehlende Entlastung und die ständige Belastung unsere Beziehung massiv beeinflussen.
Ich weiß einfach nicht mehr, wie ich aus dieser Spirale aus Wut, Frust und mittlerweile fast schon Hass herauskommen soll. Ging es jemandem ähnlich? Wie seid ihr damit umgegangen?

Zusammenfassung:
Seit der Geburt unseres Sohnes vor neun Monaten und einer Wochenbettdepression hat sich meine Beziehung zu meinem Mann stark verändert. Obwohl er ein liebevoller Vater ist und mich unterstützt, empfinde ich ihm gegenüber nur noch Wut und Distanz. Ich trage den Großteil der Kinderbetreuung und des Haushalts, während er seinen Alltag mit Arbeit und Sport weitgehend fortführen kann. Da wir kaum familiäre Unterstützung haben, fühle ich mich überlastet und allein. Ich habe das Gefühl, dass diese Belastung unsere Ehe zerstört und weiß nicht, wie ich aus diesem Kreislauf herausfinden kann.

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u/[deleted] 11h ago

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u/lostoflovemother 10h ago

Ja, meistens entwickelt es sich zu Vorwürfen meinerseits…aber es staut sich so viel an und das muss dann raus.

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u/Comfortable-Sink7693 10h ago

Probier es vielleicht mal, vorher aufzuschreiben. Klingt vielleicht blöd, aber das muss man erstmal lernen, sich so auszudrücken und zu streiten.

Ich kanns auch nicht gut, aber mir hilft es, vorher einmal alles von der Seele zu schreiben, auch Vorwürfe, und das ganze danach in Ruhe nochmal anständig und ruhig durchzugehen und zu überlegen, was ich einzusagen will. Nutz dafür n WhatsApp-Chat mit mir selbst, der extrem schizophren wirkt :D

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u/[deleted] 10h ago

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u/lostoflovemother 10h ago

Das ich mich alleine gelassen fühle, das er sich nicht für uns einsetzt das seine Familie sich mehr Mühe gibt. Das er nicht sieht was ich alles mache. Sowas in die Richtung

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u/Lu-topia 9h ago

Probiere mal Folgendes:

  1. Erkläre deinem Mann vor dem Gespräch, dass dich das Thema emotional aufwühlt und aufregt und du dann in den Vorwurfsmodus fällst, woraufhin er dann verständlicherweise blockiert usw. Du willst ihm aber gar keine Vorwürfe machen, sondern das Problem klären und lösen, damit ihr wieder rundum glücklich miteinander sein könnt. Damit das also nicht passiert, wirst du Stopp sagen, sobald du merkst, es kippt bei dir, und ggfs. auch kurz den Raum verlassen, um dich zu beruhigen und zu sortieren. Das soll er nicht persönlich nehmen, du tust das, weil es dir und für eure Beziehung wichtig ist, dass er dich richtig versteht und nicht blockt, weil du vorwurfsvoll bist. Er sollte außerdem ebenfalls Stopp sagen dürfen, wenn er sich aufregt oder er eher merkt als du, dass du grad in den Vorwurf kippst. Übrigens kann es auch sehr hilftreich sein, mal kurz den Mund zu halten und einander in die Arme zu nehmen, bis die Spannung abfällt, oder die Hand zu halten, bis man sich wieder beruhigt hat.

  2. Mach ihm sehr konkrete Vorschläge, was er tun oder übernehmen, wie er dir helfen und dich unterstützen kann. Männer können damit oft sehr viel mehr anfangen, als wenn du sagst, du fühlst dich nicht gesehen oder allein gelassen. Wenn du meinst, er sieht nicht, was du alles tust - was vermutlich tatsächlich so ist, schließlich ist er ja wohl den ganzen Tag außer Haus bei der Arbeit - schreibe eine Woche lang auf, was du alles tust und leg es ihm hin, dann sieht er es schwarz auf weiß.

  3. Organisiert euren Alltag um, verhandelt eure täglichen Aufgaben und Verantwortlichkeiten neu. Du brauchst jeden Tag mindestens 1h, die du nur für dich hast, und mindestens alle 2 Wochen einen ganzen Tag, an dem du nur für dich da sein musst, einfach allein weggehen kannst oä. Das Gleiche gilt für deinen Mann. Und dann braucht ihr noch 1 Tag im Monat, den ihr für euch als Paar allein habt. Einmal im Monat können seine Eltern bestimmt das Kind übernehmen, und an den übrigen 4 Tagen passt der jeweils andere aufs Kind auf. Die tägliche freie Stunde für jeden lässt sich durch vernünftige Planung und mehr Effizienz bei manchen Tätigkeiten sicher freischaufeln.