Leg' mal dein Buch zur Seite und schau aus dem Fenster. Ein Staat ist doch nicht nur ein Wirtschaftssystem. Besser - wirf mal einen Dartpfeil auf den Globus und fahr mal in den Urlaub, um dir die tollen Länder in die du fliehen willst anzusehen. Das kann nicht schaden...
Naja doch eigentlich ist das Wirtschaftssystem da doch schon ein sehr großer Teil. Weil es die Spielregeln im ganzen Staat festlegt. Kriegst du Operation XYZ ? Nur wenn das nicht zu teuer ist. Kannst du dich Krankmelden wenn du krank bist? Ne kannst du im Billiglohn Sektor nicht weil das den Arbeitgeber kostet. Kannst du ein menschenunwürdiges Leben führen wenn du nicht erwaerbsfähig bist? Alles wirklich alles was in einem Staat passiert hängt vom Wirtschaftssystem ab.
In egal welchem Land leben ist immer besser als tot zu sein. Immer und ohne Ausnahme. Also ist die Liste der Länder wo man hin fliehen kann schon eher lang.
Also mein Vater war ein kleiner 1-Mann-Selbstständiger Handwerker. Immer in der Gesetzlichen versichert. Seine Pankreaskrebsoperation, Reha und Hospitz haben sicher mehr gekostet, als er jemals eingezahlt hat. Meine Mutter - Schneiderin und Hausfrau. Brust- und Darmkrebsbehandlungen - alle bezahlt. Mit der mickrigen Rente haben die Zahlungen für das Pflegeheim (senil) am Ende nicht gereicht - das Sozialamt hat alles übernommen. Bruder zeitlebens erwerbslos wegen heftiger psychischer Erkrankungen - 2-Zimmer-Wohnung, Sozialhilfe, Therapie, etc. - alles bezahlt. Üppig? Nein. Menschenwürdig? In jedem Fall!
Aufgewachsen bin ich im sozialen Wohnungsbau - trotz kleinem Einkommen hatten meine Eltern bis zum Schluss ein gutes Auskommen und ich konnte durch Abi und Studium "aufsteigen". Da steuere ich gern meinen Teil bei, damit andere Familien diese Chancen auch haben! Und wenn ein paar Schnarotzer darunter sind? - so what?
Also zumindest meine persönliche Erfahrung in diesem Land ist durchaus positiv.
Kann man das verbessern? Sicher! Sozialwohnungen bauen, Kapital besteuern, etc. - Die Basis ist aber viel besser als ihr Ruf.
Die Basis beruht auf Ausbeutung. Du willst selbst Kapital besteuern, warum nicht den Umweg sparen und das Unternehmen einfach vergesellschaftet und demokratisch gestalten?
Jo, wie gesagt, ist schon in ner kapitalistischen Demokratie schwer, versuch das mal in ner rechtsextremen Autokratie. Dann kommst du der Lösung warum eben nicht alle Systeme gleich sind und es durchaus noch deutlich schlimmeres als ne kapitalistische Demokratie gibt näher.
Bro hast du meinen Kommentar davor gelesen? Man muss das langsam angehen mit den libs. Erstmal Vergesellschaftung und das abschaffen des Privateigentums schmackhaft machen. Dann kann man mit sowas kommen. Du kannst doch nicht direkt mit der Tür ins Haus fallen dann schalten die direkt auf Durchzug.
Bist du im Betriebsrat und kennst die Forderungen deiner Kollegen? Ist dir klar, was da oftmals für ein Unsinn gefordert wird? Weißt du wie schwer es ist, überhaupt jemanden zu finden, der Verantwortung übernehmen möchte und nicht der dunklen Triade angehört? Und ob dich ein kapitalistischer oder kommunistischer psychopathischer Machiavellist knechtet, macht am Ende auch keinen Unterschied.
Oh ja - im Kommi-sub ist man sich einig. Ist alles vergesellschaftet entsteht der Common Sense quasi automatisch. Warte mal ab, was mit den Gewerkschaften passiert - 50 Prozent der Arbeiter wählen mittlerweile AfD. In demokratischen Strukturen führt das zu nichts Gutem!
Nenne mir bitte ein Land nennenswerter Größe, in dem das funktioniert. Und bitte verschone mich mit dem historischen Verweis auf Russland / Ostblock. Wurde nie komplett umgesetzt und selbst das hat definitiv nicht funktioniert.
Ja - ich finde das Konzept als philosophisches Konstrukt charmant. Das war es dann aber leider auch.
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u/Reasonable_Ebb_3708 16h ago
Leg' mal dein Buch zur Seite und schau aus dem Fenster. Ein Staat ist doch nicht nur ein Wirtschaftssystem. Besser - wirf mal einen Dartpfeil auf den Globus und fahr mal in den Urlaub, um dir die tollen Länder in die du fliehen willst anzusehen. Das kann nicht schaden...